Kataloge der Wahrheit

Die Literatur W. G. Sebalds wird seit Jahren verehrt und dabei verkannt. Sein essayistisches Werk liefert den Schlüssel zur Selbstpositionierung im literarischen Feld.

W. G. Sebald wird heute als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des letzten Jahrhunderts gefeiert. Seit seinem tragischen Tod vor zehn Jahren erfuhr er seitens der literarischen und universitären Rezeption glühende Verehrung. Als Gedächtnis der Deutschen wird Sebald stilisiert, als melancholischer Wanderer zwischen den Welten, als Sprachrohr der Opfer und Vergessenen. Doch eine zweite Seite Sebalds wird meist ignoriert – die des polemischen Literaturwissenschaftlers und Essayisten, der provokant gegen kanonisierte Autoren wie Alfred Döblin, Alfred Andersch oder Jurek Becker wetterte und dabei unter dem Deckmantel der Aufklärung die eigene Position im literarischen Feld profilierte. Schley stellt sein Werk als eine meisterhafte Inszenierung einer Autorschaft heraus. Fridolin Schley macht zum ersten Mal das Phänomen Sebald selbst zum Gegenstand einer kritischen Analyse. Sebalds standardisierte Autorbilder eines heimatlosen Außenseiters und moralischen Gewissens erweisen sich so als Spielarten eines strategisch eingesetzten Habitus, der seine eigene Holocaustliteratur legitimiert. (Verlagstext)

Katagolge-der-Wahrheit

Kataloge der Wahrheit.
Zur Inszenierung von Autorschaft bei W.G. Sebald

Dissertation

Wallstein Verlag, 2012

» Wallstein Verlag

 

 

 

 

„Schley rückt Sebalds Kunst in die Nähe der Künstlichkeit, und gut ist sein Buch, weil er diese ‚Inszenierung‘ mit beachtlichem Sprachvermögen und bedenkenswerten Argumenten vorführt.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
„Ein anregendes, intelligentes, auch sprachlich brillantes Buch.“ (Schwäbische Zeitung)
„Ein wichtiges Buch.“ (Thomas von Steinaecker)